Freitag, 27. August 2010

In Togo essen sie Hunde

Vogan, 27.08.2010


Gestern bin ich in den Genuss eines mir bis dahin unbekannten togoischen Gerichts gekommen. Der Filmtitel „In China essen sie Hunde“ sollte hier in „In Togo essen sie ebenfalls Hunde“ geändert werden. Ich hab also gestern Hund gegessen. Für alle Hundeliebhaber unter euch wird das wahrscheinlich unvorstellbar sein, aber Fleisch ist nun mal Fleisch…
Die Konsistenz des Fleisches kann man ganz gut mit der von Rindfleisch vergleichen und den Geschmack ungefähr mit dem von stark gewürzten Hähnchen flügeln. Hund ist man traditionell mit Pate (so eine Art Brei der nach nichts schmeckt) und Chilisauce.
Bei der Gelegenheit kann ich an dieser Stelle mal was über das Essen hier schreiben.

Im Großen und Ganzen werden sehr viel Kohlenhydrate und Proteine gegessen. Also viel Reis, Nudeln, Pat, Bohnen usw, sowie fast immer Fisch oder Fleisch. Um die Vitamine muss man sich hier selber kümmern – Früchte wie Ananas oder Orangen kann man relativ billig auf der Straße kaufen. Das Angebot ist jedoch immer sehr von der jeweiligen Saison abhängig.

Bisher hab ich das Essen eigentlich ganz gut vertragen – ein, zwei Mal war ziemlich schlecht und hab dann der Toilette mehrere Besuche abgestattet.
Nach dem Hundeessen sind wir alle zusammen zu einer Miss Wahl gegangen. Ein riesiges, extrem lautes Spektakel, das ich ziemlich bald wieder verlassen habe, da sich die ganze Veranstaltung ewig gezogen hat. Zuvor haben uns die Veranstalter spontan in die erste Reihe gesetzt, damit die Yovos (Weiße auf Ewe) auch ja alles gut sehen können. Das war schon wieder ein bisschen merkwürdig, da wir natürlich den Leuten hinter uns total die Sicht versperrt haben – das war den Veranstaltern jedoch herzlich egal.
Genauso wie die Miss Wahl ist auch alles andere in Togo generell mit hoher Lautstärke verbunden. Überall versuchen die Bars sich gegenseitig mit ihrer Musik zu übertrumpfen – egal wie schlecht die Qualität der Musik, bzw. der Boxen ist. Unterhaltungen sind dann immer nur mit Geschrei möglich. In Folge dessen ist ein Abend in einer Bar dann immer relativ anstrengend.

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